Vortragsreihe: Verbrannte Dörfer im Osten Europas

Nationalsozialistische Verbrechen an der ländlichen Bevölkerung
in Polen und der Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges

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Am 8. Mai 2020 feiert Europa den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges und damit das Ende nationalsozialistischer Herrschaft. Es bedurfte eines langen Kampfes, bis das Datum in der Bundesrepublik als Tag der Befreiung angesehen wurde und immer mehr Opfer des nationalsozialistischen Terrors Anerkennung fanden.

Inzwischen sind viele Aspekte der deutschen Verbrechen zwischen 1933 und 1945 erforscht. Das Schicksal einiger Opfergruppen ist aber keineswegs Teil des öffentlichen Bewusstseins. Dies gilt auch für die Menschen aus den ländlichen Gebieten Osteuropas, die im Zusammenhang der mörderischen Widerstandsbekämpfung misshandelt, zur Zwangsarbeit verschleppt und ermordet wurden. Ihre Häuser wurden in Brand gesteckt, ihre Nahrungsmittel geplündert. Tausende Dörfer waren betroffen, allein in Belarus wurden über 600 Dörfer vollständig zerstört.

Um diesen Teil nationalsozialistischer Vernichtungspolitik geschichtswissenschaftlich zu erhellen und zu diskutieren, laden KONTAKTE-КОНТАКТЫ e.V. und die Initiative Gedenkort für die Opfer der NS-»Lebensraum«-Politik zu einer Vortragsreihe ein. An fünf Terminen erörtern sechs Historikerinnen und Historiker verschiedene Aspekte und Phasen dieses Verbrechenskomplexes. Mit der Verlesung ausgewählter Zuschriften von Überlebenden möchten wir außerdem den Opfern über 75 Jahre nach den Ereignissen Gehör verschaffen.

Termine:

Donnerstag 5. März 2020 | 19 Uhr
Vortragssaal der Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Krieg gegen die Dörfer. »Bandenkampf« in Polen
Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt, Touro College Berlin

 Donnerstag 2. April 2020 | 19 Uhr  
Vortragssaal der Stiftung Topographie des Terrors
Wie hörte sich die Vernichtung eines Dorfes an?
Erinnerungen von Überlebenden an die deutsche Vernichtungspolitik in Weißrussland
Prof. Dr. Christian Gerlach, Universität Bern

 Dienstag 19. Mai 2020 | 19 Uhr 
Robert-Havemann-Saal des Hauses der Demokratie und Menschenrechte
Zwangsarbeit und Erinnerung in Belarus
Tatsiana Vaitulevich, Georg-August-Universität Göttingen

 Donnerstag 4. Juni 2020 | 18 Uhr 
Ort der Information der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden
Europas
»Die deutsche Militärmacht ist Euer Schutz und Eure Rettung!«
Bilder aus dem besetzten Weißrussland zwischen NS-Propaganda und Realpolitik
Dr. Svetlana Burmistr, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden
Europas

 Donnerstag 2. Juli 2020 | 19 Uhr 
КОНТАКТЫ-Domizil
Von der Besatzung zum Rückzug: Gewalt gegen die
Zivilbevölkerung in Südrussland und der Ukraine

Dr. des. Irina Rebrova, Zentrum für Antisemitismusforschung
der Technischen Universität Berlin
Johannes Spohr, Universität Hamburg

Wir bitten um Anmeldung zu den Veranstaltungen unter
info@gedenkort-lebensraumpolitik.de