Endlich: Bundestag beschließt Einrichtung einer Erinnerungsstätte

Endlich: Bundestag beschließt Einrichtung einer Erinnerungsstätte

Bild: © Jürgen Matern / Wikimedia Commons

Am 9. Oktober 2020 hat der Bundestag mit großer Mehrheit beschlossen, eine Erinnerungsstätte für die Opfer des deutschen Vernichtungskrieges und der nationalsozialistischen Besatzung Europas zu schaffen. Damit ist das Ziel der Initiative Gedenkort für die Opfer der NS-„Lebensraum“-Politik nach sieben Jahren in unmittelbare Nähe gerückt.

Nach intensiver Debatte wurde der Antrag der Regierungskoalition „Gedenken an die Opfer des deutschen Vernichtungskriegs stärken und bisher weniger beachtete Opfergruppen des Nationalsozialismus anerkennen“ mit den Stimmen der Fraktionen der SPD, CDU/CSU, FDP, Bündnis90/Die Grünen und der Linken angenommen.

Seit 2013 engagiert sich unsere Initiative mit Aufrufen, Veranstaltungen und Netzwerkarbeit für einen Gedenkort im Berliner Zentrum. Er soll an die weitgehend vergessenen Millionen Menschen in Polen und der damaligen Sowjetunion erinnern, die der nationalsozialistischen Ideologie vom „Lebensraum im Osten“ und der rassistischen deutschen Kriegführung und Besatzungsherrschaft zum Opfer fielen.

Der Geschichte dieser Menschen soll nach dem Willen des Bundestages nun gedacht werden und die Verbrechen, die an ihnen verübt wurden, dokumentiert. Die geplante Dokumentations-, Bildungs- und Erinnerungsstätte weitet ihren Blick dabei auf die deutsche Besatzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg als Ganzes und ermöglicht so den Vergleich zwischen den unterschiedlichen Praktiken deutscher Besatzung. Der Ort soll in einem europäischen Austausch entstehen und zunehmend populistischen, nationalen Geschichtspolitiken entgegenwirken.

Damit ist ein wichtiger Schritt gemacht, um eine zentrale Leerstelle in der deutschen Erinnerung zu schließen. Wir hoffen darauf, dass der Beschluss in den nächsten Jahren beharrlich und klug mit Leben erfüllt werden wird.