Vortrag zu NS-Ideologie und Besatzungsrealität eröffnet Veranstaltungsreihe

Vortrag zu NS-Ideologie und Besatzungsrealität eröffnet Veranstaltungsreihe

Am Dienstag, den 26. Mai beginnt mit einem Vortrag von Dr. Christoph Dieckmann in der Topographie des Terrors eine Veranstaltungsreihe der Initiative Gedenkort. Profilierte Historiker bilanzieren in einer übergreifenden, vergleichenden Perspektive die aktuelle Forschung zu den verschiedenen Opfergruppen der deutschen „Lebensraum“-Politik.

Zum Auftakt lädt die Initiative Gedenkort gemeinsam mit der Stiftung Topographie des Terrors am Dienstag, den 26. Mai um 19 Uhr zu der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung NS-Lebensraumideologie und deutsche Besatzungsrealität in Polen und der Sowjetunion mit dem Historiker Christoph Dieckmann ein. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut in Frankfurt/M. Für sein zweibändiges Werk Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941–1944 wurde er 2012 mit dem Yad Vashem International Book Prize for Holocaust Research ausgezeichnet.

Zum Thema der Veranstaltung
Eroberung von deutschem „Lebensraum“ in Osteuropa und eine rassenideologische Sicht auf die osteuropäische Bevölkerung als „minderwertige Slawen“ waren zentrale Elemente nationalsozialistischer Ideologie und gehörten zu den Grundlagen des Vernichtungskrieges gegen Polen und die Sowjetunion. Dieser deutsche „Lebensraum“ sollte durch millionenfache Vernichtung oder Vertreibung der Bevölkerung geschaffen werden.
Während die Kriegslage die langfristigen Neuordnungsplanungen bald in den Hintergrund treten ließ, waren die deutsche Kriegführung und Besatzungsherrschaft durch massenhafte Vernichtung von Teilen der Zivilbevölkerung sowie der sowjetischen Kriegsgefangenen geprägt. Gleichzeitig wurde mit anderen Teilen der Bevölkerung kooperiert.

Welche Bedeutung hatten in dieser Politik Grundsatzplanungen wie der „Hungerplan“ und der „Generalplan Ost“, welches Gewicht besaßen taktische Erwägungen? Und fanden sich wesentliche Unterschiede in der Behandlung der verschiedenen Ethnien Polens und der Sowjetunion? Christoph Dieckmann geht in seinem Vortrag diesen Fragen nach.

 

Einladung zur Veranstaltung als PDF:
Vortrag Dieckmann Topographie

Übersicht zur gesamten Veranstaltungsreihe bis Herbst 2015 als PDF:
Faltblatt Veranstaltungsreihe

Übersicht über die weiteren Veranstaltungen:

Mittwoch, 8. Juli 2015, 19 Uhr
Amt für kirchliche Dienste in der EKBO (Haus der Kirche), Goethestraße 26-30, 10625 Berlin
Historische Grundlagen der nationalsozialistischen „Lebensraum“-Politik
In Kooperation mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)
Referent Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, apl. Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin; Einführung: Marion Gardei, Landespfarrerin der EKBO für Erinnerungskultur

Donnerstag, 17. September 2015, 19 Uhr
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Cora-Berliner-Straße 1, 10117 Berlin
Krieg ist Krieg? Deutsche Besatzungsherrschaft in Frankreich und der Sowjetunion 1940-1944
In Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin
Referent Prof. Dr. Johannes Hürter, Abteilungsleiter „Zeitgeschichte bis 1945“ im Institut für Zeitgeschichte München-Berlin

Mittwoch, 14. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, 10117 Berlin
Zwischen Bündnispflege und  Massenvernichtung. Deutsche Besatzungspolitik  in Jugoslawien
In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Südosteuropäische Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Centre Marc Bloch
Referent Prof. Dr. Milan Ristović, Seminar für Neuere Geschichte, Universität Belgrad

Die Veranstaltungsreihe wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gefördert.