Vortrag "Kriegserinnerung im Kalten Krieg"

Vortrag Axel Schildts zur Erinnerung an den Vernichtungskrieg

Das Deutsche Historische Museum und die Initiative Gedenkort laden für Montag, den 20. Juni, um 18 Uhr zu einem Vortrags- und Diskussionsabend über die bundesdeutsche Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in das Zeughauskino des DHM ein.

Der Historiker Prof. Dr. Axel Schildt, Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, spricht über „Kriegserinnerung im Kalten Krieg. Antikommunismus und die Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg in der frühen Bundesrepublik“.
Im anschließenden Podiumsgespräch skizzieren und Schildt und Prof. Dr. Peter Steinbach, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, die späte kritische Aufarbeitung des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges seit den 1980er Jahren.

Zum Thema der Veranstaltung
Welchen Platz hatte der Krieg gegen Polen und die Sowjetunion im deutschen Gedächtnis nach 1945? Über Jahrzehnte galten nur Deutsche – Soldaten, Kriegsgefangene, Zivilbevölkerung – als Opfer dieses Krieges.  Vehement wehrte die deutsche Öffentlichkeit die Tatsache ab, dass Deutschland einen rassistischen Vernichtungskrieg zur Eroberung von „Lebensraum“ geführt hatte, mit Millionen Opfern in Polen und der Sowjetunion.  In der Konfrontation des Kalten Krieges wurde das alte Angst- und Feindbild auf den aktuellen Gegner im Osten übertragen. Der Vortrag geht den Kontinuitäten eines antirussisch aufgeladenen Antikommunismus in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik Deutschland nach.
Einladung zur Veranstaltung per PDF

Fortsetzung der Veranstaltungsreihe Opfer der deutschen „Lebensraum“-Politik in Osteuropa
Die Veranstaltung setzt die Vortragsreihe Opfer der deutschen „Lebensraum“-Politik in Osteuropa. Eine vergleichende Sicht aus dem Jahr 2015 fort, die mit verschiedenen Kooperationspartnern – von der Stiftung Topographie des Terrors über das Münchner Institut für Zeitgeschichte und der Humboldt-Universität bis zur evangelischen Landeskirche Berlin/Brandenburg – stattfand.

Dr. Christoph Dieckmann:  NS-Lebensraum-Ideologie und deutsche Besatzungsrealität in Polen und der Sowjetunion, 26. Mai 2015, Veranstaltungsbericht

Prof. Dr. Wolfgang Wippermann: Historische Grundlagen der nationalsozialistischen „Lebensraum“-Politik, 8. Juli 2015, Veranstaltungsbericht

Prof. Dr. Johannes Hürter: Krieg ist Krieg? Deutsche Besatzungsherrschaft in Frankreich und der Sowjetunion 1940-1944, 17. September 2015, Veranstaltungsbericht

Prof. Dr. Milan Ristović: Zwischen Bündnispflege und  Massenvernichtung. Deutsche Besatzungspolitik  in Jugoslawien, 14. Oktober 2015, Veranstaltungsbericht