Podiumsdiskussion: „Slawen“ als verdrängte Opfergruppe?

Podiumsdiskussion: „Slawen“ als verdrängte Opfergruppe?

Am 20. Mai 2014 diskutieren Historiker auf einem hochrangig besetzten Podium in Berlin über die nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939 bis 1945 gegen die „slawische“ Bevölkerung in Osteuropa. Sie hinterfragen aus internationaler Perspektive, warum gerade diese Opfer in der deutschen Erinnerung bisher praktisch keine Rolle spielen.

Renommierte Fachhistoriker aus Deutschland, Polen und Russland beleuchten die Ausmaße und ideologischen Hintergründe der systematischen Vernichtungspolitik im Namen eines „deutschen Lebensraums im Osten“, der Millionen Männer, Frauen und Kinder zum Opfer fielen.

Sie debattieren auch, inwieweit sich die Mordaktionen gegen so unterschiedliche Gruppen wie sowjetische Kriegsgefangene, weißrussische und ukrainische Bauern, die polnische Bildungsschicht und die Einwohner Leningrads auf übergreifende rassistische Prinzipien der NS-Führung zurückführen lassen.

Die Veranstaltung in der Topographie des Terrors mit dem Titel
„Erobern und Vernichten“ (1939 – 1945). „Slawen“ – Eine verdrängte Opfergruppe? beginnt 19 Uhr. Die Podiumsdiskussion wird organisiert von der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum.

Bitte melden Sie sich bis 18. Mai per Mail (staendigekonferenz@orte-der-erinnerung.de) oder per Fax (030/25 45 09- 99) an. Die Einladung können Sie als PDF hier herunterladen.

Teilnehmer des Podiums:

  • Dr. Peter Jahn, Gründer der Initiative »Gedenkort für die Opfer der NS-Lebensraumpolitik«, bis 2006 Leiter des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst
  • Ekaterina Makhotina, Wissenschaftliche Assistentin am Historischen Seminar der Universität München, Geschichte Ost- und Südosteuropas
  • Prof. Dr. Reinhard Rürup, em. Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Uni­versität Berlin, bis 2004 Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Topographie des Terrors
  • Prof. Dr. Robert Traba, Direktor des Zentrums für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
  • Dr. Jürgen Zarusky, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin

Moderator: Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors