Deutschland entschädigt sowjetische Kriegsgefangene

Deutschland entschädigt sowjetische Kriegsgefangene

Nach jahrelanger Diskussion hat die deutsche Bundesregierung Anfang der Woche beschlossen, den noch lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen eine symbolische Entschädigung von 2500 Euro zu zahlen. Die Entscheidung fiel nach einer Experten-Anhörung im Haushaltsausschuss des Bundestages am 18. Mai 2015. Dort hatten sich die sechs geladenen Sachverständigen einhellig für eine symbolische Anerkennung der an den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen begangenen Verbrechen ausgesprochen.

Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der Linkspartei hatten im Herbst 2014 Anträge für eine solche Entschädigung in den Bundestag eingebracht. Ein erster gemeinsamer Antrag von SPD und Grünen war im Jahr 2013 von der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung abgelehnt worden. Bereits im Jahr 2006 hatte der Berliner Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI eine Petition an den Bundestag gerichtet mit dem Ziel, die so genannten „Russenlager“ der Wehrmacht als Haftstätten anzuerkennen, deren unmenschliche Haftbedingungen mit denen von Konzentrationslagern vergleichbar gewesen seien.

Zu den Stellungsnahmen der zur Anhörung im Bundestag geladenen Historiker: Stellungnahmen Bundestag 18. Mai 2015Zum Wortprotokoll der Anhörung: Protokoll Anhörung Bundestag 18. Mai 2015

Foto: Der Ukrainer Grigoriy Pavlovich Donskoy. Er ist einer von vermutlich weniger als 4000 noch lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. (Fotograf: Alexander Tschekmenev)